Tag 7 05.03.2020
Nachdem wir nun unseren nördlichsten Punkt unsere Reise erreicht haben, heißt es langsam wieder Richtung Süden zu starten und die ca1200 km bis Stockholm zurück zu fahren. Doch da wir ja im Urlaub sind, haben wir noch den ein oder anderen Haltepunkt auf unserer Strecke. Die Rückreise soll uns nun durch Zentralschweden führen. Es ist noch weniger besiedelt, als so schon der Nordteil Schwedens. Und dennoch hat auch die Inlandsvägen, wie sie hier genannt wird, ihre Reize. Nicht zu geizen hat Zentralschweden natürlich mit der unendlichen Natur und den Seen, soweit das Auge reicht.

Unsere Strecke sollte uns heute bis Arvidjaur führen. Für alle Autofans hier wird alles auf Wintertauglichkeit getestet, was geht. Vom Audi über VW, Seat und und und, denn hier gibt es eine arktische Teststrecke. Durch die immer noch sehr nördliche Lage natürlich sehr schneesicher und das ist wohl ein Hauptargument für die Autobauer, hierher zum Testen zu kommen.



-Prolog- Akt 1 Das Malheur
Auf der Suche nach unserem Schlafplatz ist uns dann doch ein kleines Malheur passiert. Beim Wenden in einer sehr engen Sackgasse haben wir uns in einer sehr gemeinen Anhäufung von Schnee mit unserem bis dahin einwandfrei laufenden Wagen festgefahren. Alle fahrerischen Fähigkeigen nützten Nix mehr, denn der Schnee war beim Versuch sich frei zu fahren, wiedererwartend durch erhöhte Reifenrotation geschmolzen. Dies führte in der Folge zur ungewollten Tieferlegung des fahrenden Hauses, was wiederum das Aufliegen der Vorderachse auf dem Schnee und das Freischweben der Reifen zur Folge hatte.
Akt 2 Die Schaufel und der Eiskratzer
Nach einer Stunde buddeln und schippern gab Hendrik die Taktik auf. Etliche Kilometer Schnee wurden bewegt und das erste paar Handschuh war klatschnass. Ach und es waren mollige -10 Grad, was das Ganze natürlich nicht angenehmer machte. Der Schnee war unter der Last des Wohnwürfels zu Eis komprimiert. Eine neue Idee musste her. Was haben wir denn da noch so im Gepäckabteil🤔 👨🔧 ?… Ein Wagenheber, wie praktisch!
Akt 3 Der Wagenheber
In der Zwischenzeit hatte sich durch die häufigen Versuche des Freifahrens, der Häuserblock auf Rädern einem nahe hier stationierten Eingangstor genähert. Der Abstand betrug noch etwa 30 cm. Besorgniserregend nah, wenn man sich überlegt, was für Ausmaße das Gefährt hat. Es wurde also der Wagenheber in Position gebracht und mit Mühe und Not der Monstertruck angehoben. Nun war der Weg frei den Eisblock unter der Achse abzubauen. Gesagt getan. Nach entfernen des Eises und der Hoffnung, dass dieses das Hauptproblem war, ging es an einen erneuten Befreiungsversuch. Ja und ihr ahnt es schon, es hat nicht geklappt. Denn das Eis unter den Rädern war spiegelglatt. Also musste nach erneuter Analayse ein weiterer Lösungsschritt her.
Akt 4 Fahrerwechsel und Auffahrkeile
Da nun mindestens einer immer draußen von Nöten war und Carina das Auto schon rausschieben wollte, haben wie kurzer Hand umdisponiert und sie hat den Fahrerpart und Hendrik hat den Chefauffahrkeil- und -anfahrkoordinator übernommen. Nach einigen Minuten und kräftigem Schieben und Keilungen mit den Auffahrkeilen gelang der befreiende Schlag aus der Kuhle. Der fahrende Wohnwürfel war frei. Doch damit es zu keiner weiteren Eskalation im folgenden kommen konnte und wir uns im vorrausbefindlichen Neuschnee des Parkplatzes nochmal festfressen, folgte Akt 5.
-Das Finale- Akt 5 Der sichere Hafen und die Schneeketten
Wir entschlossen zur Sicherheit die Schneeketten anzulegen und uns sicher und elegant 2 Stunden nach Eintreffen am Schneehaufen davonzuschleichen. Das Anlegen der Schneeketten erfolgte nach bereits vorhandener Erfahrung innerhalb von 5 Minuten und das Manöver gelang. Erledigt von der Aktion haben wir nur noch einen netten Parkplatz im Ort gesucht und uns eine paar gute schwedische Steaks gebraten. Danach fielen wir nur noch müde in unseren wohlverdienten Schlaf.