Tag 2 – 29.02.2020
Heute wollen wir erstmal weiter Richtung Norden, denn unser Hauptziel ist schließlich der Schnee und keinen Schnee hatten wir ja dieses Jahr schon genügend. Also heißt es Strecke machen….
Das Tolle ist, wir haben tatsächlich ab Umea Schnee gesehen und gefühlt. Also ging es natürlich in ordentlicher Carina- und Hendrik-Manier, sobald es möglich war, mit dem Auto in den Schnee und wir fanden einen traumhaften Stellplatz am Meer. Auf dem Weg dort hin standen viele kleine Schwedenhäuser, die wohl hauptsächlich als Wochenenddomiziele im Sommer genutzt wurden. Die meisten waren dunkel, doch das ein oder andere hatte diese typischen skandinavischen kleinen Lampen in den Fenstern und so leuchteten sie uns auf dem Weg zu unserem Stellplatz für die Nacht.

Tag 3 – 01.03.2020
Und am nächsten Tag bestätigte sich unser Gefühl, dass dies ein lauschiges Plätzchen war.


Nach einem kurzen Morgen-Spaziergang und einem ausgiebigen Frühstück bei herrlicher Sonne, machten wir uns wieder auf den Weg. Zunächst machten wir Bekanntschaft mit unseren ersten Rentieren in freier Wildbahn! Wir konnten unseren Augen kaum trauen, da standen 4 gesellig auf dem Feld herum. Wir konnten es uns nicht entgehen lassen, sie zu fotografieren. Hendrik sprang an der nächsten Möglichkeit aus dem Auto und ab, den Kumpels hinterher ins Gebüsch….

50 verwackelte und unscharfe Bilder später war Hendrik wieder am Auto. Rentiere hatte er keine mehr gesehen. Kurz vor dem Wohnwagen tauchten sie aber auf dem Feld auf einmal wieder auf. Doch ein kleines Drama spielte sich nun vor uns ab. Die 4 Rentiere liefen direkt auf die Straße zu und eines von ihnen wurde ganz leicht von einem Auto gestreift. Es hatte sich wohl an den Hinterläufen verletzt und konnte nicht mehr aufstehen. Die Fahrer der betroffenen Fahrzeuge hielten an und telefonierten vermutlich mit der Polizei. Wir sahen das ganze aus geraumer Entfernung. Kurze Zeit später verließen wir den Ort, an dem wir gerade noch so etwas tolles sahen und dann waren wir doch sehr schockiert und machten uns Gedanken, ob wir hätten etwas tun können. Etwas betrübt und und nicht so recht toll motiviert fuhren wir weiter. Wir beschlossen für das kleine Rentier am Abend unsere Kerze anzumachen und hofften, dass es im Lapplandhimmel glücklich weiter bei all seinen Freunden verweilen kann.
Doch nun versuchen wir die Kurve wieder zu bekommen und wollen den Rentierverlust nicht gar zu sehr überbewerten. Denn pragmatisch betrachtet gibt es ja viele von ihnen, nur eben doof, dass man genau daneben stand und es sich so zutrug wie beschrieben.
Wir motivierten uns und versuchten aus unserem Tief zu bewegen. Unser heutiges Etappenziel sollte Gammelstad sein. Aber keine Angst, so gammlig wie der Name war dieses kleine Örtchen keineswegs. Es ist eine alte Stadt mit einem Ensemble aus noch heute belebten Holzhäusern. Die 400 Häuser entstanden weit vor unsere Zeit und bringen ihren ganz eigen Charme und Stil mit sich.

Nach nicht ganz 3 Stunden und einem Zwischenstopp zum Einkaufen erreichten wir Gammelstad gegen 15:30





Da wir im Ort eine anliegende Langlaufstrecke erspähen und außerdem ein verschlossener Souvenirshop mit Öffnung am nächsten Tag lockte, entschlossen wir uns in Gammelstad zu bleiben. Einen hübschen Stellplatz hatten wir nahe des Örtchens und so ließen wir den Nachmittag und Abend gemütlich und lecker ausklingen.

