Tag 17 02.09.2019 Nachdem wir wieder von super Wetter geweckt wurden und alle unsere sieben Sachen zusammengepackt hatten, machten wir uns auf den Weg zu dem zweitgrößten Kloster der Mongolei, Amabarjasgalant. Zugegeben, der Name ist etwas lang, wir wissen bis jetzt nicht, wie man ihn richtig ausspricht :D.
Zunächst ging es auf der asphaltierten Straße weiter. Die letzten 50 km hoppelten wir mal wieder offroad zum Ziel. Kein Wegweiser, keine anderen Autos, also eigentlich wirklich nichts deutete darauf hin, dass wir uns hier auf der richtigen Piste befinden. Bei Carina machte sich schon wieder Panik breit, dass es doch irgendwo anders wieder eine bessere Piste geben müsse.

Dafür belohnte uns diese Strecke aber mit wundervollen saftigen Blumenwiesen so weit das Auge reicht. Wir entschlossen uns, diesen Augenblick etwas länger zu genießen und legten hier unsere Mittagspause ein. Wir kochten uns mitten im Edelweiß-Paradies unsere letzte deluxe Nudelsuppe. So viel Edelweiß auf einem Fleck haben wir beide wirklich noch nie gesehen!





Zugegeben, die letzten ca. 5 km hatten es dann aber wirklich noch einmal sehr in sich. Aber das Motto war ja inzwischen, umso schlechter die Piste, desto mehr lohnt es sich bestimmt. Endlich angekommen am Kloster, waren wir überwältigt von dem tollen Anblick und der Baukunst. Das Kloster wurde im chinesischen Stil errichtet und war in einem für Mongolen vorzüglichen Zustand. Wir entschlossen uns, gleich einen Blick hinein zu werfen. Und siehe da, wir wurden sowas von belohnt! Zum Glück war die Piste vorher so schlecht :DPerfektes Timing, denn mitten in einem der schönsten Tempel in der Mongolei fand gerade eine buddhistische Zeremonie statt.







Sowas hatten wir noch nie miterlebt, also wollten wir unbedint dabei sein!Wir traten vorsichtig ein und lauschten gespannt. Kurz darauf stellten wir fest, dass das Ganze nicht nur IRGENDEINE Zeremonie sein kann. Es dehnte sich auf ca. 2 h aus. Die Zeremonie wurde von diversen Mönchgesängen und Sprechchören begleitet, die sich gefühlt hundertfach wiederholten. Carina erinnerte sich gleich an den Rosenkranz aus der Kirche. Nur war dieser hier ein kleines bisschen anders und ein paar klitzekleine dBA lauter. Wir standen toller Weise direkt hinter der Lautsprecherbox, was das ganze nicht besser machte. Infolgedessen waren wir beide im Anschluss völlig durchgeleiert, wacklig auf den Beinen und verließen den Tempel in einer gewissen Trance.


Man muss wissen, die Mönche leben von den Spenden der Bevölkerung. In der Zeremonie wurde an jeden Mönch eine Einkaufstüte voll mit Lebensmitteln verteilt. Also nicht nur so eine Einkaufstüte der Größe wie aus dem LIDL, neeee, da passten gefühlt 10 Wasermelonen und dann noch 5 Fantaflaschen rein. Und die Tüte reißt trotzdem noch nicht, also echte Qualitätsarbeit :D. Man bot letztendlich auch den Gästen der Veranstaltung jedem eine Tüte an. Die Einheimischen nahmen es dankend entgegen, wir lehnten ab und hofften nur, dass dies nicht unhöftlich war. Aber wir hatten selbst genug und wussten, wie viel mehr die Vorräte von den anderen benötigt werden würden.Schlussendlich machten wir noch einen kleinen Rundgang durch die restlichen Tempelanlagen im Kloster und suchten uns dann schon ein schönes Plätzchen zum Übernachten. Zugegeben, suchen musstn wir nicht wirklich. Wir fuhren an einem wunderschönen Bachlauf vorbei und entschieden, dies soll unser Nachtlager werden. Hier sollte auch unsere nächste Brotbackzeremonie sein.





