Von der „Yolyn Am“ geht es mühsam in die Wüste

20.08.2019 – Unser nächstes Ziel- die großen Sanddüne „Chongorin Els“. Knapp 200km entfernt und die Straße bis in die Geierschlucht und auch danach war ja vorzüglich. Also rechneten wir mit 3 Stunden Fahrt bei gemütlicher Reisegeschwindigkeit. Das Auto ist betankt und die Vorräte sind gefüllt. Los geht’s!Doch heute sollte uns die Mongolei zeigen was sie alles kann.Die ersten ca 30km verliefen völlig nach Plan und die Schnellstraße führte uns in europäischem Reisekkomfort mit 100-110km/h dem Ziel näher. Doch dann war die Straße zu Ende. Also nicht nur ein bisschen, nein völlig!Also ging es nach mongolischer Manier querfeldein dahin, wohin man möchte. Ein paar Spuren gab es, also folgten wir diesen. Links und rechts von uns Steppe und Bergketten. Was für ein großartiger Anblick.Zeit zum anschauen hatten wir jetzt, denn die Straße, naja übertreiben wir mal nicht, der Ackerpfad, nein das ist auch noch gelobt, der Offroadtrack Kategorie 5 von 5 war heftig. Ich beschreibe mal ein paar Meter Fahrt. Anfahren beschleunigen auf 30, bis in den 3. Gang schalten ( kein Problem mit dem Land Cruiser 76, der das perfekte Auto ist, wenn es um so eine Reise geht, aber dazu später mehr), bremsen nach maximal 50 Meter Senke, Kante, Schlagloch, extreme Kurve, Steine oder wenn es beliebt eine Kurve mit einer Senke und Stein, die direkt in eine Steilauffahrt sich wandelt.

Dieses Teilstück hat uns etwa zwei Stunden begleitet. Immerhin sind wir bestimmt 30 bis 40 km weit gekommen!Die nächsten 150 km wurden die Wege etwas besser. Dennoch war es echt ein heftig langer Weg, der sich gezogen hat. So muss dem großen Khan auch gegangen sein, wenn er durch sein riesen Reich geritten ist. Viel Fläche und wenig Vegetation. Nach ewigen 6 Stunden reiner Fahrzeit und etwa zusätzlich 2 Stunden Pausen kamen wir endlich an!Und was soll ich sagen die Fahrt hat sich mehr als gelohnt!Bilder /Video düneDen Abend verbrachten wir super romantisch direkt an der Düne und bauten dort unser 5 Sterne Hotel auf und zum krönenden Abschluss gab es das rituelle „Golden Gobi“. Was durchaus ein zu empfehlendes Pils ist😎🍺Den Morgen des 5.Tages dem 21.08.2019 begannen wir mit einem Wüstenspaziergang auf die Düne. Carinas frische Duschung sollte sich aber nur als bedingt sinnvoll nach diesem Spaziergang erwiesen haben. Danach brachen wir den Rückweg an – doch diesmal ging es über die Nordroute zurück. Wir hofften, ex kann ja nur besser werden und zum Glück es würde besser wenn auch nicht toll.Die ständigen Waschbrettfahrten zermürben einen schon heftig!Doch wir haben nicht alleine gelitten, denn im Gegensatz zu gestern begegneten wir heute verhältnismäßig vielen Touristen, die zu meist in diesen stylischen uralt Barkas herumkutschiert wurden. Wir können uns nur denken das sie gewiss noch einen Tick mehr gelitten haben wie wir. Und zu aller Verwunderung trafen wir ein paar verrückte Motorradfahrer. Nach mehrmaligen überholen entschlossen wir uns zu halten und die drei kurzer Hand zu interviewen wie sie denn hier her kommen und was sie machen? Denn die drei hatten 2 deutsche und ein schweizer Kennzeichen. Da hatten wir unsere Vermutungen das es nur so sein kann dass sie die eingeflogen haben. Aber es stellte dich heraus, dass wir uns täuschten. Die drei waren seit 10 Monaten mit dem Motorrad um die Welt unterwegs😳. Nach kurzem Gespräch stellte sich heraus, wir wollten was von ihnen und sie was von uns. Also begannen wir unsere Nachfrage, ob sie nicht einen Kompressor hätten, da unser rechtes Vorderrad etwas lustlos war… ich meine luftlos erschien. Und siehe da, Weltreisende haben sowas natürlich dabei. Also das Motorrad fix rangeschoben und schon gab es Luft. Dafür belohnten wir die vom Staub geplagten mit Gummibärchen, Tomaten, Nektarine (welche es nicht wirklich in der Mongolei zu kaufen gibt, außer in Ulan Bator) und BIER.Die Freude der Bikerfreunde war wirklich unglaublich, denn die hatten sich seit Tagen ein kühles Blondes gewünscht. Sie erzählten uns auch, dass diese Strecke, die sie heute gefahren sind, bei Abstand eine der schlimmsten stecken war, die sie während ihrer kompletten Weltreise bisher gefahren sind. Als wir ihnen erzählten, dass die andere Route noch schlimmer war, freuten sie sich zumindest etwas, dass sie „nur“ die leichtere der schweren Strecken gefahren sind.Ihr nächstes Ziel sollte China und Thailand sein.Unseres dagegen die Flaming Cliffs……

Und so ging ein weiterer Tag mit der extremen Vielfältigkeit der Mongolei zu Ende und wir konnte mit traumhaften Sternenhimmel unserer Kreativität noch etwas freien lauf lassen.

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