Tag der Entspannung

Am 25.08.2019, welches der 9.Tag ist, haben wir nun aber wirklich beschlossen, das Auto bleibt stehen! Wir begannen den Morgen gemütlich und starteten unsere Vorbereitungen auf eine kleine Wanderung auf einen der unzähligen Gipfel in der Umgebung. Kurzer Hand haben wir per Fingerdraufzeigprinzip den Berg ausgewählt und sind dann zu diesem gestartet.

Es ging zunächst straff Berg hoch.Die Vegetation hier im Orchon Tal hat sich dabei auch merklich geändert, denn wir haben es auf einmal mit Bäumen zu tun, von denen wir bis jetzt nur aus Büchern gelesen haben. 😉Diese langen holzigen Dinger mit kleinen spitzen Teilchen vorn an den Enden waren nun sehr zahlreich vorhanden und wir genossen bei leicht bedecktem Wetter dieses Naturphänomen. Auch sind natürlich unsere täglichen Begleiter die Ziegen, Schafe und Pferde nicht weit gewesen. Sie besuchten uns immer wieder auf unserer kleinen Wanderung. Neu zu den Besuchergruppen dazu gekommen sind die Yaks.Die haben wir nun auch des öfteren auf unseren Wegen getroffen.

Aber am besten ihr schaut einfach mal rein und seht selbst, was wir gesehen haben.

Zum Nachmittag hin wurde es sonniger und nach unserem Abstieg holten wir das Solarduschequipment raus. Es war wieder mal Zeit für eine Dusche!Unser Vorhaben wurde allerdings jeh von Wolken und Wind vereitelt. Doch was muss, das muss. Also kurzerhand den Kocher geholt und der Sonne nen Stinkefinger gezeigt und ihr gesagt, wir können auch ohne dich warm duschen🚿 .Und so geschah es, dass wir wohlriechend den Abend begannen. Doch auf 2000 Metern ist es recht frisch. Also musste, wenn wir schon mal Wald neben uns haben, ein Feuerchen her.

Und was soll man sagen, es kam bei allen Teilnehmern, vor allem den Weiblichen, sehr gut an. Das Feuer begleitete uns den Abend über und wir gingen trotz kühler Temperaturen wohl temperiert ins Bett.

10. Tag, 26.08.2019. Nun sollte es weiter gehen zum Kloster Erdene Zuu, welches das älteste Kloster in der Mongolei ist. Doch vorher mussten wir uns den wirklich schönen Wasserfall noch einmal bei Sonne und mit etwas mehr Muse ansehen.

Auf dem Rückweg trafen wir noch eine wahre Gottheit in der Mongolei. Wir sahen diesen recht kräftig gebauten Herren schon zwei Tage zuvor bei unserer Anreise und wussten, der ist wichtig. Weshalb war uns nicht klar, aber jeder wollte unbedingt Fotos mit ihm machen. Hendrik entschied, los wir machen jetzt auch ein Foto mit ihm und später schauen wir wer das ist. Wir dachten erst, es war ein wichtiger Politiker oder vielleicht der Präsident der Mongolei. Leibwachen brauchte der nicht, denn er war genauso groß wie Hendrik, aber locker doppeltes Kampfgewicht. Was uns zur nächsten Vermutung kommen ließ, dass es sich gewiss um einen traditionellen mongolischen Ringer handelt. Die werden hier schließlich auch hoch gehandelt.

Wir fragten also auch nach einem Bild kurz vor der Abfahrt. Er fragte in perfektem Englisch, woher wir kämen und sagte dann „Guten Tag“. Das war aber dann auch schon sein Repertoire an Deutsch. Also war er gebildet…. mmhhhhh mongolischer Ringer ist also vielleicht unwahrscheinlich. Hendrik überlegte noch, ob er fragt, wer er ist, aber das wäre zu blöd gewesen. Er wünschte uns viel Spaß in der Mongolei und rauschte in seinem Ford Ranger, Pickup von shelby getuned auf 525 PS und Monster Offroadreifen drauf, ab. Wir schauten hinterher und wussten immer noch nicht, wer es war. Hendrik fragte einige mongolische Fahrer, die auch gern ein Foto gehabt hätten, aber sich nicht trauten, ob sie wüssten wer das war. Einer sagte: „Was du weißt nicht, wer das ist? Das ist der Sumoringer Yokunzuna Asashi. Absoluter Megastar in der Mongolei und Japan. Und sicher hat Hendrik ihn auch 2014 in Japan auf dem großen Sumoturnier gesehen. Wir haben also mit einem der größten Sumotori aller Zeiten am Orchon Wasserfall gekuschelt- siehe Bild😊. Was für ein toller Start in den Tag.

Der Fahrer bot uns außerdem an, uns ein Stück des Weges voraus zu fahren, damit wir nicht wieder die Höllenstrecke zurück fahren müssten. Denn wie sollte es auch anders sein, gabe es eine bessere Strecke….🤔 war da nicht was mit der Fahrt zur Sanddüne?

Nach nicht allzu schwieriger und anstrengender Fahrt sollten sich die Dinge noch besser wenden. Die Straße wurde zu einer asphaltierten Straße. Ein Traum wurde war. Nur noch Schlaglöchern ausweichen. Am ersten Tag noch beschwerten wir uns heftig darüber. Doch heute war es ein Geschenk der Götter, die uns gnädigen waren und unsere geschunden Körper und Geist etwas schonen wollten. Waren wir doch auf dem Weg zum Kloster. Wir werden uns erkenntlich zeigen und den Göttern im Tempel danken🙏.Als wir am Kloster Erdene Zuu ankamen, welches übrigens auf den Mauern der Hauptstadt Karakorum Ginghes Khans, erbaut wurde, lachte die Sonne. Leider sieht man heute von Karakorum nichts mehr. Nur zwei steinerne Schildkröten zeugen aus der Zeit des glorreichen Machtzentrums.

Wir besuchten die Klosteranlage, welche leider auch wie viele weiter Tempel und Klöster in den 1930igern von den Sowjets komplett zerstört wurde. Doch mit viel Fördergeldern des mongolischen Staats und der Weltgemeinschaft wurden die wichtigsten Tempel, der ehemals 62 Tempel, wieder errichtet.

Den Abend genossen wir am hiesigen Fluss und wir wagten uns in ein Guesthouse, um heute das erstmals unser Essen nicht selber zu kochen und stattdessen uns bekochen zu lassen. Es war lecker!

Wir fuhren noch etwas Richtung unseres nächsten Zieles, um irgendwo, wie wir es immer machten, in die Berge abzubiegen und uns ein schönes Schlafplätzchen zu suchen.

Mit Kinoprogramm im Auto, genossen wir im wohlig warmen Landcruiser einen Film und hüpften später eine Etage höher ins 5-Sterne-Dachzelt.😊

Hinterlasse einen Kommentar