Das große Finale

Der 21.Tag 06.09.2019

Es geht auf die Zielgerade…. und eins kann ich vorweg nehmen, diese Zielgerade hat es in sich! Doch eins nach dem anderen. Unsere leicht verregnete Nacht und die Erschöpftheit am Vortag, führten zunächst zu einer fahrlässigen Vorbereitung des Dachzelts für die Nachtruhe. Warum? Ganz einfach. Ihr erinnert euch, wenn alle Bauteile des Dachzelts da gewesen wären, kein Problem. Doch so bedurfte es einem gewissen Mehraufwand und Vorbereitung, um nicht abzusaufen…. wir sind abgesoffen. Aber was sollen wir sagen, es sollte die letzte Nacht in diesem Dachzelt sein und danach konnte es in aller Ruhe trocknen.

Nachdem wir also das Gröbste getrocknet hatten, ging es wieder Richtung Ulan Bator zurück. Nicht so schnell, denn erst haben wir noch unseren Gaskocher und unsere Gasflaschen verschenken wollen. Also am nächsten Zelt angehalten, höflich die Dinge übergeben und dann wieder gehen, wir wollten ja schließlich heute noch shoppen und packen mussten wir ja auch noch🙈… Denkst du?! Da hatten wir die Rechnung ohne die Mongolen gemacht. Und zwar ohne diese beiden Herren.

Als erstes wurde mit Händen und Füßen das nötigste an Informationen getauscht. Es folgte das Angebot an einem gebäckartigen Milchbrötchen (6 von 10 Mongolenfeinschmeckerpunkten – im folgenden MFSP 😉), dazu gute Salami aufgeschnitten 8 von 10 MFSP.  Des Weiteren wurde dann ein leicht kribbelnder Joghurt gereicht, der mit etwas Zucker nur noch halb so gährend prickelnd auf der Zunge war. 5 von 10 MFSP.  Soweit so gut! Da es ja zeitig in der früh war, wurden wir gefragt, ob wir Kaffee oder Tee möchten. Wir lehnten dankend ab, wollten ja gleich weiter…. Aber das war eh schon zu spät, denn der Ofen wurde bereits angefeuert 🤪🌋

Also ließen wir uns auf einen Tee überreden. Es wurde parallel direkt die komplette Verwandschaft per WhatsApp Videochat über unsere Einkehr berichtet. Der Bruder in Kanada und die Tochter in Seoul. Wir haben freundlich in die Kamera gewunken und ein bisschen Smalltalk betrieben.

Die Beiden waren echt froh über unser Dasein, denn das war ein guter Grund, die Arbeit an diesem Morgen noch etwas Arbeit sein zu lassen. Sie mähten das Gras für das Heu im Winter. Stolz wurden uns die Gerätschaften vorgestellt.

In der Zwischenzeit war der Tee gekocht und wir bekamen einen schwarzen Tee mit Zucker, 8 von 10 MFSP.

Doch das Unheil kam in Fahrt. Es erschien in Form des gefürchteten Topfes, den wir schon vorher peripher am Zelt bemerkten.

Bisschen Leberwurst mit Blumenkohl? – Leider Nein, Innereien mit Innereien 🙈😳🤢

Drei Wochen quer durch die Mongolei und das passiert uns kurz vor dem schützenden Hotel und der Zivilisation! Ihr ahnt es schon, es wurde natürlich nur für uns zum Frühstück aufgewärmt. Wir dachten uns nur wortlos anschauen „Ach das muss doch nicht extra sein, vielen Dank“. In Wirklichkeit lächelten wir übermäßig viel🙈 ( mit etwas Abstand gesehen vielleicht die falsche Körpersprache)

Mmmmhhhhh

Da war es nun also morgens halb 11 in der Mongolei! Mit der Tapferkeit der Reiterhorden des Ginghes Khan im Rücken und einem leicht mulmigen Gefühl des Unwohlseins traute sich Hendrik voller Eifer an die dargereichten Spezialitäten… wird sich Carina auch daran laben?

Unglaublich wir haben es getan und was soll ich sagen es waren geschmackstechnisch für Leute, die gerne Innereien essen, sicherlich ganz lecker. Aber mehr als -10 von 10 MFSP können wir nicht geben, wobei Carina eher Richtung -100 von 10 MFSP tendiert. Zum Glück gab es danach gleich erstmals einen Vodka (10 von 10 MFSP) zur Geschmacksneutralisierung!

Gestärkt und verköstigt ging es weiter, wie sollte es anders sein, in die Jurte. Er forderte uns auf auf unseren Wagen aufzusitzen und wies uns die Richtung der nicht weit entfernten Jurte seiner Tochter (das Mitbestimmungsrecht an Aktivitäten versetzte Hendrik in eine Art Déjà-vu zurück zum Reifenwechsel). Aber das war es ja schließlich auch, was wir wollten. Wir wollten Land und Leute kennenlernen. Auf geht’s zur nächsten Mahlzeit

Hieraus wird die oberste Schicht abgeschöpft die dann diese Art Eierkuchen ergibt.

Was wirklich erstaunlich ist, ist unter welch einfachen Bedingungen die Menshen in so einer Jurte leben. 2 Betten, vielleicht auch mehr, wenn sie größer ist. Ein, zwei kleine Schränke. Ein kleiner Fernsehr, eine Solaranlage, eine Autobatterie und das, was sie zu Essen haben. Und es wurden alle Schränke für uns geöffnet und alles angeboten, was sie hatten. Die Eierkuchen, Brot und Hefegebäck. Dazu gab es eine frische Kuhmilch, 7 von 10 MFSP. Es war übrigens nichts davon vergohren… großer Pluspunkt😊. Trotz alledem war der milchanteilige und auch der fleischanteilige Bedarf bei uns beiden jetzt mehr als gedeckt und wir benötigten nichts mehr für die kommenden Stunden.

Er zeigte uns noch eine wunderschöne Stelle zum Campen, falls wir mal wieder in der Gegend sind. Dann fuhren wir ihn zu seinem nah gelegenen Camp und begannen unsere Rückfahrt ins Zentrum von Ulan Bator. Natürlich waren wir von diesem Erlebnis erstmal ordentlich beeindruckt und konzentrierten uns dennoch jetzt auf das extreme Kontrastprogramm Ulan Bator.

Zunächst buchten wir von unterwegs mit einem Telefonat im hiesigen Kempinski ein Zimmer für die nächste Nacht um all unsere Gepäckstücke irgendwie wieder ordentlich packen zu können, uns mal richtig zu duschen nach drei Wochen und ein schönes Abendessen zu genießen. Wir mussten ja schließlich, dass wir am nächsten Morgen gegen 4:30 Uhr Richtung Flughafen starten mussten. Und das würde schlicht Nerven sparen, uns vorher halbwegs auszuruhen.

In Ulan Bator angekommen ging es in den GOBI Factory Shop. Das ist der größte Kaschmir-Produzent der Welt und die Produkte waren wahrlich nicht teuer im Vergleich zu europäischen Kaschmir-Produkten. Die nächsten 4 Stunden verbrachten wir in diesem Laden und fanden das ein oder andere Schnäppchen.

Schicke Schlappen oder?

Hier trafen wir uns auch mit einem netten Ehepaar aus Heidelberg, mit dem wir uns später zurück auf den Weg durch die Stadt kämpften. Der Mann kam gerade von einer 3 monatigen Tour mit dem Motorrad und seinem Sohn zurück und das war praktisch ihr Wiedersehen hier in der Mongolei. In den nächsten Wochen werden wir dann Post aus der Mongolei bekommen und ein paar schöne Anzüge werden Hendrik erreichen.

Für die nächsten 1,5 Stunden quälten wir uns durch den unglaublich dichten Stadtverkehr zum Hotel und waren danach, wie ihr euch gewiss denken könnt, echt platt. Doch da war ja noch was! Genau auspacken und wieder richtig einpacken!…. das seht ihr beim nächsten Blog und wie es uns auf der Rückreise ergeht!

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